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Knick-Platt-Fuß

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Während der ersten drei Lebensjahre ist der Knick-Plattfuß aufgrund der Überbeweglichkeit des kindlichen Bandapparates ein vorübergehendes, normales Stadium des Wachstums. Danach richtet er sich üblicherweise von selbst auf. Er muss nur dann therapiert werden, wenn er Beschwerden macht oder Kinderärzte eine übermäßige Deformität des Fußes erkennen. Für eine weitere Abklärung sollte zum Orthopäden überwiesen werden. Wenn eine Behandlung des Knick-Plattfußes beim Kind notwendig ist, erfolgt sie in aller Regel durch eine Einlagenversorgung. Wir stellen dafür eine Einlage her, die den Rückfuß korrigiert und nur dreiviertel lang ist. Dadurch kann der kindliche Fuß nach vorne weiterwachsen und die Einlage muss nicht mit jeder neuen Schuhgröße erneuert werden. Wenn die Therapie mit Einlagen keinen ausreichenden Erfolg hat oder beim Kleinkind versäumt wurde, kann im Alter von etwa neun bis zwölf Jahren eine so genannte Stopperschraube am Fersenbein eingesetzt werden, die das Fußgewölbe bis zum Abschluss der Wachstumsphase anhebt. Dann wird die Schraube wieder entfernt.
Durch eine frühzeitige Einlagenversorgung können diese Maßnahmen aber meist vermieden werden. Für extrem ausgeprägte Knick-Plattfüße stehen uns zudem Schaleneinlagen und Dynamische Fußgelenksorthesen (DAFO) zur Verfügung. Eine Behandlung des sympthomatischen Knick-Plattfußes ist auch deshalb ratsam, weil sich aus ihm langfristig weitere Fehlstellungen ergeben können, die schmerzhaft sind oder Bewegungseinschränkungen erzeugen.

Bei Erwachsenen können Knick-Plattfüße nicht mehr korrigiert werden. Hier fertigen wir Einlagen zur Unterstützung der Füße an, um die Beschwerden zu lindern oder zu beseitigen. Je nach Schweregrad können die Einlagen so dünn sein, dass sie unauffällig in normalen Schuhen getragen werden können. Gute, individuell hergestellte Einlagen unterstützen den Fuß beim Laufen und Stehen gleichermaßen.

Einlagen zur Therapie oder zur Linderung von Beschwerden

Bei Kleinkindern kann der Knick-Plattfuß häufig durch eine Einlagenversorgung behandelt werden. Erwachsene Knick-Plattfüße lassen sich nicht mehr korrigieren, Einlagen können den Fuß jedoch unterstützen.

Fragen und Antworten zur Knick-Platt-Fuß-Versorgung bei Kindern

Wann sollte man einen Knick-Platt-Fuß behandeln?

In den ersten Lebensjahren bedarf es keiner Behandlung, da der Platt-Fuß im Kleinkindesalter zum natürlichen Stadium des Wachstums gehört. Das Fußgewölbe richtet sich im Normalfall von allein auf.

Ab einem Alter von mindesten 3 Jahren kann die Versorgung mit Einlagen erfolgen.

Bei massiven (selten vorkommenden) Knickfüßen, mit Abduktions-, Hackenfuß- und Pronationsstellung kann man über eine othopädietechnische Versorgung nachdenken. Hier kann es auch zu einem verzögertem Laufbeginn kommen, in dem Sinne, dass das Kind sich hochzieht und an Gegenständen läuft, aber das freie Laufen nicht gelingt. Hier ist aber der Hackenfuß das primäre Problem, optisch steht der Knickfuß im Vordergrund. Allerdings gilt heute ein Laufbeginn mit 24 Monaten noch als normal, also Kontrolle ja, aber keine Panik.

Wird die Einlage zur Behandlung eines Knick-Platt-Fußes individuell auf Patientinnen angepasst?

Selbstverständlich werden Einlagen für Kinder individuell angepasst.

Muss mein Kind im Wachstum öfter neue Einlagen für den Knick-Platt-Fuß zur Größenanpassung bekommen?

Prinzipiell ja. Wir fertigen für den Knick-Platt-Fuß die Einlagen dreiviertel lang, das Problem liegt ja im Rückfuß, also im Bereich der Ferse. So kann der Fuß nach vorne weiterwachsen. Die Einlage reicht somit für 2 bis 3 Schuhnummern. Allerdings hält das Material gerade bei Korrektureinlagen und der Benutzung durch Kinder maximal ein Jahr.

Gibt es unterschiedliche Versorgungen zur Therapie des Knick-Platt-Fußes?

In der Regel fertigen wir zur Versorgung des Knick-Platt-Fußes Einlagen mit Außenbacke und Supinationskeil an. Bei extrem ausgeprägter Fehlstellung kommen auch individuelle Schaleneinlagen in Carbonfasertechnik oder Fußgelenksorthesen wie DAFO oder TRO zum Einsatz.

Wie sind die Therapieerfolge einer Knick-Platt-Fuß-Versorgung? Von welchen Faktoren ist der Erfolg abhängig?

Mit einer konsequent genutzten Einlagenversorgung im Kindesalter lässt sich der Knick-Platt-Fuß mit gutem Erfolg korrigieren, so dass häufig keine weiteren Beschwerden entstehen. Das klappt leider nicht immer.

Seit 20 Jahren gibt es eine operative Alternative, die sogenannte Stopperschraube. Hier wird wachstumslenkend eine Schraube in den Fuß eingebracht, die dafür sorgt, dass der Fuß gerade wächst. Ein kleiner, feiner Eingriff, der allerdings noch ein Restwachstum benötigt. Die Kinder sind sofort wieder mobil, es ist keine postoperative Gips- oder orthopädietechnische Behandlung außer ein paar Einlagen notwendig.

Wer zahlt die Kosten der Knick-Platt-Fuß-Einlagen? Kommen finanzielle Belastungen auf die Kundinnen und Kunden des Sanitätshauses zu?

Orthesen werden von den Krankenkassen komplett übernommen.

Für Einlagen zahlen die Krankenkassen nur einen Festbetrag, es kann also je nach Sanitätshaus ein Aufpreis sinnvoll sein. Allerdings muss jedes Sanitätshaus auch eine Kasseneinlage im Programm haben.

Bei Schuhen, Anti-Varus-Schuhen, Stabilschuhen oder Schuhen über Orthesen müssen die Patienten bei Kindern einen Eigenanteil von zur Zeit 45,–€ leisten.

Ich bin erwachsen und habe Beschwerden durch meinen Knick-Platt-Fuß. Kann ich meinen Knick-Platt-Fuß auch noch im Erwachsenenalter therapieren?

Beim Erwachsenen kommen beim Knick-Platt-Fuß ebenfalls Einlagen für Konfektionsschuhe zum Einsatz. Individuell hergestellte Einlagen mindern oder beseitigen die Beschwerden, die Fehlstellung kann jedoch im Erwachsenalter nur mit erheblichem, operativem Aufwand korrigiert werden.

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