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Klumpfüße

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Der Klumpfuß ist eine der häufigsten angeborenen Fehlstellungen. Häufig sind beide Füße betroffen. Sie werden durch eine Gipstherapie und eine Operation behandelt. Mittlerweile hat sich dabei die Ponseti-Methode zum Goldstandard entwickelt. Nach Möglichkeit beginnt die Therapie bereits in den ersten Lebenswochen. Die Füße des Babys werden durch Eingipsen in ihrer Position korrigiert. Dies geschieht mit wöchentlich neuen Gipsen immer weiter, bis die Klumpfüße nach meist sechs bis neun Wochen in eine Überkorrektur gebracht wurden.

Klumpfüße: Therapie mit Ponseti-Schiene

Anschließend werden in einer kleinen Operation die Achillessehnen durchtrennt, da sie aufgrund der angeborenen Fehlstellung verkürzt sind. Während der anschließenden Heilungsphase, für die die Füße noch einmal etwa drei Wochen lang eingegipst werden, wachsen die Achillessehnen in der richtigen Länge wieder zusammen. Im Anschluss daran bekommen die Kinder eine Ponseti-Schiene.

Sie besteht aus zwei speziellen Schuhen, die auf einer leichten Schiene befestigt sind. Sie ist erforderlich, um das bisherige Behandlungsergebnis zu sichern. In den ersten drei Monaten muss sie rund um die Uhr getragen werden, in dieser Zeit wird sie nur für die Körperpflege abgenommen. Danach geht man dazu über, die Schiene nur noch in den Ruhephasen anzulegen, also nachts und beim Mittagsschlaf. Das muss bis zum vierten Lebensjahr erfolgen. Danach ist in der Regel keine weitere Versorgung mehr erforderlich. Wir empfehlen hier die Orthesen ALFA-Flex® und BETA-Flex® mit COMFOOT-Schuhen.

Bei lediglich 10% bis 15% der Kinder verbleiben jedoch noch Einschränkungen. Es können sich zum Beispiel Fehlstellungen in der Art von Hacken- oder Sichelfüßen entwickeln oder ein Rezidiv mit Spitzfußstellung. Das hat seine Ursache in den komplexen strukturellen Deformierungen der Unterschenkel, die bereits während der Schwangerschaft entstehen. Solche Fehlstellungen werden dann bei uns mit individuell gefertigten Orthesen versorgt.

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Das Gangbild vor und nach einer Klumpfuß-Therapie

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Fragen und Antworten zur Klumpfuß-Versorgung

Ab wann sollte man einen Klumpfüße behandeln?

Die angeborenen Klumpfüße werden bei Neugeborenen zügig nach der Geburt behandelt. Es ist kein Notfall, aber man sollte schon in der ersten Lebenswoche mit der Gipstherapie beginnen. Da das Gewebe bei Babys noch sehr weich und flexibel ist, lassen sich so die besten Therapieerfolge erzielen.

Wie ist der Ablauf der Klumpfuß-Therapie? Ab wann bekommt das Baby eine orthopädietechnische Versorgung?

Zunächst wird die Fehlstellung der Füße für 6 – 15 Wochen mit einem Gips, der wöchentlich gewechselt wird, sanft korrigiert (meistens reichen max. 9 Gipse). Hiermit lassen sich alle Komponenten des Klumpfußes korrigieren, mit Ausnahme der Achillessehnenverkürzung. Diese Sehne ist zu stark, um sie auf dehnen zu können, eher würde andere Teile des Fußes deformiert werden. Es käme zu einem Tintenlöscherfuß.

Daher muss die Achillessehne im Anschluss an die Gipskorrektur mit einem kleinen Schnitt durchtrennt werden. Die Füße werden dann erneut für 3 Wochen eingegipst. In dieser Zeit wächst die Achillessehne in der korrigierten Position-verlängert- wieder zusammen. Nun bekommt das Baby vom Sanitätshaus eine Fußabduktionsschiene – die sogenannte Ponseti-Schiene. Dabei sind zwei spezielle Schuhe auf einer Schiene nach außen gedreht befestigt. Die Schiene verhindert, dass sich die Füße wieder in die Klumpfußhaltung drehen.

Wie oft am Tag müssen die Spezialschuhe zur Behandlung des Klumpfußes getragen werden? Können sie beim Baden des Kindes abgelegt werden?

Damit die bisherige Behandlung des Klumpfußes gesichert bleibt, muss die Schiene mit den Spezialschuhen in den ersten 3 Monaten rund um die Uhr getragen werden. Nur zum Baden des Babys und der Pflege der Haut an den Füßen soll die Schiene ein bis zweimal täglich für kurze Zeit abgelegt werden.

Wie lange dauert insgesamt die Therapie der Klumpfüße?

Nach den ersten 3 Monaten wird die Tragedauer reduziert und die Schiene ist nur noch nachts und ggf. beim Mittagsschlaf notwendig. Nachts müssen die Kinder die Schiene noch bis zum 4. Lebensjahr tragen. Danach ist die Standard-Therapie des Klumpfußes abgeschlossen.

Wie sind die Therapieerfolge einer Klumpfuß-Versorgung? Von welchen Faktoren ist der Erfolg abhängig?

Der Behandlungserfolg des Klumpfußes ist mit der entsprechenden Therapie sehr gut. Er hängt davon ab, dass das Baby möglichst früh in den ersten Lebenswochen die Therapie erhält. Die Ponseti-Schiene muss zudem konsequent und wie empfohlen getragen werden. Hier ist die Akzeptanz / Durchsetzungskraft der Eltern gefragt, die zum Therapieerfolg entscheidend beiträgt. Der Klumpfuß hat eine hohe Rezidivtendenz. Nur 10 – 15 % der Kinder behalten Einschränkungen. Alle anderen benötigen nach der Klumpfuß-Behandlung keiner weiteren Therapie.

Wie ist die Akzeptanz der Klumpfuß-Versorgung bei den Kindern im Allgemeinen? Kann mein Baby sich mit der Schiene bewegen?

Bei Babys ist die Akzeptanz kein Problem. So bald die Entwicklung fortschreitet wird die Tragezeit ja auf die Ruhezeiten reduziert. Probleme gibt es meist frühestens um den 1. Geburtstag, wenn einige Kinder keine Lust mehr auf die Schiene haben. Es ist auch ein pädagogisches Problem, wenn die Eltern einmal nachgeben, haben sie verloren. Und dann wird es recht schwierig mit der Therapie. Der Klumpfuß hat eine hohe Rezidivneigung, das heißt er geht schnell wieder in die Klumpfußstellung zurück und lässt sich dann deutlich schlechter korrigieren.

Arbeiten Ärzte und Orthopädietechniker bei der Klumpfuß-Behandlung zusammen?

Die Betreuung der Klumpfuß-Patienten und ihrer Eltern durch ein Team aus Ärzten und Orthopädietechnikern ist eine Selbstverständlichkeit. Dadurch werden Kommunikationsfehler vermieden und die bestmögliche Versorgung sichergestellt.

Wie viele Termine müssen die Patienten im Sanitätshaus im Schnitt während der Klumpfuß-Therapie wahrnehmen?

In den vier Jahren braucht das Kind 8 bis 12 Paar Schuhe, die auf der Schiene befestigt werden. In dem Zusammenhang kann auch die Schiene kontrolliert werden.

Wer zahlt die Kosten einer Klumpfuß-Versorgung? Kommen finanzielle Belastungen auf die Kundinnen und Kunden des Sanitätshauses zu?

Orthesen werden von den Krankenkassen komplett übernommen.
Für Einlagen zahlen die Krankenkassen nur einen Festbetrag, es kann also je nach Sanitätshaus ein Aufpreis sinnvoll sein. (Allerdings muss jedes Sanitätshaus auch eine Kasseneinlage im Programm haben.)
Bei Schuhen, Anti-Varus-Schuhen, Stabilschuhen oder Schuhen über Orthesen müssen die Patienten bei Kindern einen Eigenanteil von zurzeit 45,–€ leisten.

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